Die Terrarientiere 2

Günther Nietzke. Terrarientiere 2. 4. Auflage 1998. 366 Seiten, 196 Farbfotos, 39 Zeichnungen, 22 Tabellen. Ln. m. SU. ISBN 3-8001-7179-1

Zum Buch:

Das umfassende Fachbuch für alle Terrarianer zur optimalen Haltung und Pflege von Amphibien und Reptilien. Diese jetzt 4. Auflage des zweiten Bandes ist nicht nur wesentlich erweitert und neugestaltet, sie bietet auch die neuesten Erkenntnisse des letzen Jahrzehnts, beschreibt ausführlich nahezu 400 Arten von Schildkröten und Echsen und gibt Hinweise für ihre terraristische Haltung und Aufzucht. Nahezu jede Art ist als Farbfoto abgebildet. Das Werk wird insgesamt 3 Bände umfassen.

Dazu die neuesten Literaturhinweise und ein Gesamtverzeichnis weiterführender Fachliteratur. Gegenüber der 3. Auflage wesentlich erweitert und neugestaltet. Mit Paul M. Kornacker, Andreas Nöllert und Hagen Schmidt hat der Herausgeber Dr. Günther Nietzke sich der Mitarbeit qualifizierter Koautoren versichert, die jeweils eigene, spezielle Kompetenzfelder abdecken.

Einzelne Themen unter anderen:

  • Pflanzen im Terrarium
  • Entwicklungsgeschichte, Verbreitung und Biologie
  • Fortpflanzung und Ernährung
  • Artenbeschreibungen mit Fotos
  • Grundsätzliche Fragen und Probleme zur Biologie und Ökologie der Reptilien
  • Systematische Übersicht
  • Literaturbeschaffung
  • Herpetologische Gesellschaften
  • Glossar
  • Sachregister
  • Verzeichnis der Tiernamen
  • umfangreiche Literatur

Besprechung in: Spixiana 1999 Bd. 22, Heft 3

Nietzke, G. (unter Mitarbeit von P. M. Kornacker, A. Nöllert & H. Schmidt): Die Terrarientiere 2. Schildkröten, Brückenechsen und Echsen. - Ulmer Verlag, Wiesbaden, 1998, 366 S., 196 Farbphotos, 39 Zeichnungen. ISBN 3-8001-7179-1.

Nach vielen Jahren des Wartens erschien 1998 endlich der hier zu besprechende zweite Band des auf drei Bände geplanten Werkes, das nunmehr die vierte Auflage des Terrarienbuch-Klassikers "Nietzke“ darstellt. Wie schon im ersten Band gliedert sich das Buch in einen einführenden Teil (der diesmal Themen wie Terrarienbepflanzung Freilandterrarien sowie verschiedene Aspekte der Ökologie, Verbreitung, Reproduktion von Amphibien und Reptilien umfaßt) und einen Hauptteil, in dem ausgewählte Terrarientiere vorgestellt werden. Diesen Artbesprechungen sind jeweils einführende Kapitel zu Schildkröten und Echsen vorangestellt. Nachgegliedert ist ein kurzer Abschnitt über Literaturbeschaffung, ein Verzeichnis wichtiger zoologischer/herpetologischer Zeitschriften und Gesellschaften sowie ein Glossar. Zahlreiche durchweg gute Farbphotos und Textabbildungen runden das Buch ab.

Dem Gesamtwerk hoch anzurechnen ist neben der immensen Informationsfülle seine ausgesprochene Detailfreudigkeit und Aktualität. Wie schon im ersten Band sind die Artbearbeitungen fachlich fundiert und umfassend und darüber hinaus zumeist durch wichtige Literaturzitate ergänzt, die dem Leser einen leichten Zugang zu Originalarbeiten ermöglichen. Als Beispiele für die hohe Praxisorientierung des Buches waren hier z B eine Futterpflanzen-Tabelle für Landschildkröten (S. 82), eine Tabelle über die Zusammensetzung verschiedener Futterarten (S. 83), und die immer wieder in die Texte eingeflochtenen praktischen Erfahrungen und Erlebnisse der Autoren zu nennen. Ein Novum für die terraristische Literatur stellt der Abschnitt über Vorgehen und Möglichkeiten bei der Literatursuche und -beschaffung dar.

Die Auswahl der im speziellen Teil vorgestellten Arten wird schon im Vorwort als subjektiv bezeichnet. Trotzdem soll dieser Punkt auch hier kurz angesprochen werden. Es fällt auf, daß einige Arten aufgeführt sind, die keinerlei terraristische Bedeutung haben (z.B. Ablepharus kitaibelii, Chalcides bedriagai, Blanus cinereus, Laudakia lehmanni eine 4½ Seiten umfassende tabellarische Darstellung wenig importierter Ameiva-Arten, der kaum terraristische Informationen entnommen werden können), dagegen sucht man andere inzwischen gut eingeführte regelmäßig nachgezogene und spektakuläre Terrarientiere vergebens (z.B. Omanosaura jayakari, Chlamydosaurus kingi, Uroplatus-Arten). Warum die nun wirklich terraristisch irrelevante Brückenechse sogar m den Titel einbezogen wurde, bleibt unverständlich: Im Buch ist ihr lediglich eine knappe Seite mit allgemeinen Informationen gewidmet. Insgesamt hätte sich durch eine sorgfältigere Artenauswahl der Anwendungsbezug des Buches wohl noch steigern lassen.

Wie so häufig steckt auch hier der Teufel im Detail. Insgesamt werden die gute Konzeption und die fachliche Aktualität des Buches durch nicht wenige kleinere Unschönheiten etwas geschmälert. Dies gilt für die wenig erhellenden Darstellungen der Verbreitung der Phelsuma-Arten (S. 282-283), für teils fehlende Tabellenunterschriften, die eine Erklärungssuche im Text notwendig machen (z.B. Seiten 46, 47, 55, 175) sowie für Sätze wie "Am weißen Plastron sind oft nur die xiphiplastralen Callositäten sichtbar." (Dogania subplana, S. 110). In diesem Fall hilft auch das umfangreiche Glossar nicht mehr weiter. Solche schwer verständlichen Formulierungen gehören nicht in ein Buch, daß sich an einen weiten Leserkreis wendet. Bei nur flüchtiger Durchsicht fielen mir auch einige echte Fehler auf, die leicht hätten vermieden werden können: Die in der Tabelle auf S. 81 angegebene Eizahl von 104 bei Malacochersus tornieri ist um eine Zehnererpotenz zu hoch. Bei Mauremys caspica wurde ein neuer Unterartname geschaffen ("M. caspica schiras"), der nun infolge einer fehlenden Diganose als Nomen nudum zu betrachten ist. Acanthodactylus erythrurus wird im Verzeichnis der Tiernamen zu A. erythrusus. Anguis peleponnesiacus wird nicht als eigene Art angesehen (wie unter A. fragilis aufgeführt) sondern als Synonym von A. cephallonicus. Chamaeleo chamaeleon musae lebt nicht auf der Arabischen, sondern auf der Sinai -Halbinsel. Bei der Auflistung der Verbreitung von Podarcis muralis muralis wurde deren Vorkommen in Deutschland (Inntal) vergessen Die Autoren der beiden Teira dugesii-Unterarten jogeri und selvagensis sind nicht Osenegg & Mayer, sondern Osenegg, Bischoff & Mayer. Da beide Taxa als Unterarten von Podarcis dugesii beschrieben wurden, gehören nach der Zuordnung zum Genus Teira die Autoren und das Beschreibungsjahr geklammert.

Fazit: Für den Terrarianer aufgrund seiner Informationsfülle unverzichtbar und nach wie vor das Standardwerk, aber genau angesichts dieser Position (und nicht zuletzt auch wegen des hohen Preises) hätte man eine sorgfältigere Endredaktion erwarten können.

M. FRANZEN

 

Besprechung in : Mitteilungen der Zoologischen Gesellschaft Braunau 1998, Bd. 7, Nr. 2

Die Terrarientiere 2

Pflanzen im Terrarium, Grundsätzliche Fragen und Probleme zur Biologie und Ökologie der Reptilien. Freiland-Terrarien, Schildkröten, Brückenechsen und Echsen

4. Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 366 S., 196 Farbfotos, 39 Zeichnungen, DM 198.-, ÖS 455.-

ISBN 3-8001-71 79-1

Der "Nietzke" ist inzwischen ein Klassiker, auf den wohl kein Terrarianer verzichten möchte. Auch in der nun vorliegenden, völlig neu bearbeiteten 4. Auflage sind so viele Angaben zu Biologie, Haltung und Gefährdung der Tiere zu finden, dass es sich sicher auch für erfahrene Terrarianer lohnt, das Buch zu Rate zu ziehen. Im Vergleich zu früheren wurde in dieser völlig neu bearbeiteten Auflage z.B. die neue Nomenklatur angewandt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen in der Terraristik sowie neue Techniken im Gerätebau behandelt und vor allem größten Wert auf die Darstellung der neuesten Erkenntnisse in der Pflege und Zucht von Terrarienfieren gelegt. Es werden 770 Arten und Unterarten der Reptilien vorgestellt und beschrieben. Erweitert wurde der Band durch die beiden Koautoren Andreas Nöllert (Artenbeschreibung der Schildkröten) und Hagen Schmidt (Artenbeschreibung der Echsen) ebenso wie durch die umfassenden Beschreibungen der einzelnen Vegetations- und Klimazonen. Einfluß von Groß- und Kleinklima auf Amphibien und Reptilien sowie durch die Darstellung naturschutzrelevanter Probleme, die sich von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich darstellen.

Somit entspricht diese Neuauflage einem Handbuch über Schildkröten, Brückenechsen und Echsen, das jedem Naturfreund, Zoologen sowie Zoologiestudenten - und nicht nur Terrarianern - sehr zu empfehlen ist.

H. REICHHOLF-RIEHM

 

Besprechung in: at-info, März 1999

Buchtip des Monats

Die Terrarientiere 2

Schildkröten, Brückenechsen & Echsen

GÜNTHER NIETZKE

366 Seilen, 196 Farbfotos, 39 Zeichnungen. Leinen mit Schutzumschlag. Preis öS 445.—. ISBN: 3-8001-7179-1. Verlag Eugen Ulmer. Wollgrasweg 41, D-70599 Stuttgart.

Die Ziele der heutigen Terraristik sind klar abgesteckt: Es steht nicht mehr im Mittelpunkt, möglichst viele und zudem seltene Arten zum Selbstzweck zu halten. Heute besteht das Bestreben vielmehr darin, die Pfleglinge im Terrarium durch artgerechte Haltung zielgerichtet zur Fortpflanzung zu bringen.

Seit nahezu drei Jahrzehnten stellt der „Nietzke" für alle. die sich mit Terrarientieren befassen, ein unentbehrliches Arbeitsbuch und Nachschlagewerk dar. Doch inzwischen haben wissenschaftliche Erkenntnisse in der Herpetologie. praktische Erfahrungen in der Terraristik sowie neue Techniken im Gerätebau einen noch umfassenderen Stand erreicht, so daß für diese vierte Auflage eine grundlegende Überarbeitung notwendig war. Sie berücksichtigt nicht nur die vielfältigen Neuerungen in der Nomenklatur, der Systematik und der Terrarientechnik, sondern vor allem die weitreichenden, neuen Erfahrungen in der Pflege und Zucht der Terrarientiere. In diesem Buch werden insgesamt 770 Arten und Unterarten der Reptilien vorgestellt und beschrieben, außerdem beinhaltet es eine umfassende Darstellung der einzelnen Vegetations- und Klimazonen. Ebenso werden die Einflüsse von Groß- und Kleinklima auf Amphibien und Reptilien erläutert. Auch die Zahl der Abbildungen, insbesondere der Farbbilder, ist nochmals erweitert worden.

Der Autor Dr. Günther Nietzke hat sich als Zoologe intensiv mit Amphibien und Reptilien befaßt. Bekannt ist auch sein Engagement als Naturschützer.

H. E.

 

Besprechung in: elaphe 2000 Bd. 8, Heft 2

Die Terrarientiere 2. Schildkröten, Brückenechsen und Echsen

Eine Buchbesprechung von Hans-Georg Horn

Jahrzehntelang war das Klingelhöffer'sche Werk zur Terraristik die einzige, detaillierteste und verbreiteteste Darstellung zur tierpflegerischen Seite der Herpetologie. Aber Konzept, Bebilderung und Inhalt waren Ende der 60iger Jahre teilsüberholt, teils waren unzählige neuere Erkenntnisse hinzugekommen. GÜNTHER NIETZKE erkannte die Situation und legte (1972) ein zweibändiges Werk zu allen Aspekten der Terraristik vor, wobei ihm ein exzellentes, breites naturkundlich-biologisches Wissen zur Verfügung stand. Was damals nicht so ohne weiteres erkennbar war, war die Tatsache, daß dieses Werk sich zu einer geradezu als Bibel zu bezeichnenden Einrichtung entwickeln würde und nunmehr die 4. Auflage erlebt. Allerdings: Im Bereich von Terraristik und Herpetologie und, darüber hinaus, allgemein der Biologie haben sich seit der l. Auflage wiederum so viele neue Einsichten ergeben, daß ein Einzelner eine solche Mammutarbeit kaum bewältigen konnte. Hinzu kam wohl die Absicht NIETZKES, einen breiten, fast universell zu nennenden Anspruch des naturkundlich-naturwissenschaftlichen Hintergrundes der Reptilienpflege zu befriedigen, d.h. es werden neben den eigentlichen Tierbeschreibungen eine Fülle von geologischen , botanischen, paläontologischen, technischen, veterinärmedizinischen und allgemein-biologischen Aspekten abgehandelt. GÜNTHER NIETZKE wurde für einen Teil des hier vorliegenden Bandes nicht nur Autor, sondern auch Herausgeber. Als Mitautoren des nunmehr auf insgesamt drei(!) statt wie vorher auf zwei Bände angelegten Werkes konnte er in der praktischen Terraristik so erfahrene Mitarbeiter wie P. KORNACKER, A. NÖLLERT und H. SCHMIDT für die „Terrarientiere 2" gewinnen, doch stammen nach wie vor umfangreiche Teile von ihm selbst.

Die früher in Band 2 neben den allgemein naturkundlich-terraristischen Abschnitten auf 299

Seiten behandelten Krokodile, Echsen und Schlangen wurden in der 4. Auflage aufgetrennt und in Band 2 dieser Auflage auf zwei Tiergruppen - nämlich Schildkröten und Echsen - beschränkt.

Dennoch erreicht dieser Band den üppigen Umfang von 366 Seiten bei deutlich größerem Format und etwa gleicher Schriftgröße.

Entstanden ist ein Werk, daß den Charakter eines Nachschlagewerkes und Handbuchs hat, aber gleichwohl den prinzipiellen Aufbau der l. Auflage beibehält.

Das einleitende Kapitel dieses Bandes beschäftigt sich mit der Frage von „Pflanzen im Terrarium", wobei zunächst einmal die Frage des „sterilen" Terrariums versus dem bepflanzten diskutiert wird. Ebenso wird das Für und Wider für die Tiere und Pflanzen gleichen geografischen Ursprungs erörtert. Hierauf folgt eine Beschreibung der physikalischen (Licht, Luft, Temperatur) und der chemischen (Wasser, Nährstoffe, Böden) Ansprüche der Pflanzen. Abschließend werden zahlreiche Pflanzen in Form tabellarischer Auflistungen für die unterschiedlichen Terrarientypen (unbeheiztes Terrarium, beheiztes, trockenes und beheiztes, feuchtes Terrarium, Regenwaldterrarium) vorgestellt.

Hier kann man sich nicht ganz des Eindrucks erwehren, daß der Wunsch, sich ein Stück Natur ins Haus zu holen, die Feder geführt hat, denn eine Reihe der angegebenen Pflanzenarten eignet sich doch wohl mehr für kleinbleibende Terrarientiere, wie Färberfrösche oder sehr kleine Echsen, denn für kräftige Großschlangen oder den grünen Leguan, die die Terrarienvegetation ziemlich schnell zerstören würden. Der Abschnitt „Licht" dagegen hätte in Bezug auf die genannten und die vielen ungenannten modernen Beleuchtungskörper etwas ausführlicher sein können.

Als ein für den Terrarianer unentbehrliches und gelungenes (bis auf wenige Punkte) Kapitel ist der Abschnitt über „grundsätzliche Fragen und Probleme zur Biologie und Ökologie der Reptilien" anzusehen, ja, er ist geradezu ein Muß für den Anfänger, aber auch manchen Fortgeschrittenen zu betrachten, werden hier doch eine Vielzahl von Einzeltatsachen in geraffter Form dargestellt, ohne die eine Terrarientierhaltung nicht begonnen werden sollte. In gleicher Weise sind auch die einleitenden Abschnitte zu den Terrarientierlisten zu sehen. Die Aufstellung der Tierlisten - Schildkröten, Briickenechsen und Echsen - folgt dem schon in den früheren Auflagen bewährten Schema:

Zunächst wird die Art beschrieben, dann folgen Angaben zur geografischen Verbreitung , zur Biologie und Ökologie, zur Terrarienart, Ausstattung, Heizung, Beleuchtung, Paarung, Eiablage, Inkubation und zu den Schlüpflingen. Abschließend wird dem Interessenten die Möglichkeit gegeben, in der angegebenen Originalliteratur selbst nachzulesen.

Ein für viele terraristisch Interessierte oft nicht leicht zu lösendes Problem ist die Beschaffung von Fachliteratur. Diesem Übelstand abzuhelfen, ist die Aufgabe zweier kurzer Abschnitte:

Einmal wird angegeben, wie man vorzugehen hat, um sich Literatur zu beschaffen und zum anderen wird eine Riesenliste von Fachbüchern vorgestellt, die eine exzellente Hilfe für den Ratsuchenden ist - wenn der hier vorgelegte Band 2 der „Terrarientiere" nicht ausreichen sollte.

Es verwundert nicht, daß bei einem so breit angelegten Werk, das nicht nur Haltungsrichtlinien für einzelne Tierarten angibt, sondern auch technische Details zu Bau und Einrichtung von Terrarien beschreibt, wobei es dem Ratsuchenden Hinweise aufgrund biologisch-ökologischer Grundlagen liefert, eine Reihe von Ungereimtheiten, Ungenauigkeiten und kleineren Fehlern auftritt. Da fällt zunächst einmal auf, daß die Artenlisten der Schildkröten (ca. 80 Seiten) und andererseits der Echsen (150 Seiten) unausgewogen wirken. Denn etwa 400 Schildkrötenarten und -Unterarten in der Natur stehen dort auch etwa 6000 Echsenarten und -Unterarten gegenüber! Allgemeinen Informationen über Schildkröten auf 18 Seiten folgen nur 17 Seiten bei den Echsen.

Im einführenden Echsenkapitel „Entwicklungsgeschichte" werden fünf (!) ausgestorbene und ein rezenter Waran erwähnt, unter „Körperbau" nochmal drei rezente Großwarane, doch in der Echsentierliste stehen ganze drei, wenn man von den nur namentlich angesprochenen Unterarten absieht. Dafür wird der Brückenechse, die allenfalls einmal in einem Zoo gezeigt wird und für den Privattierhalter ohne Bedeutung ist, ein eigenes Kapitel, wenn auch nur von einer Seite gewidmet. Dort aber fehlt eine entscheidende, leicht beschaffbare Literaturstelle: SHARELL, R.: The Tuatara, Lizards and Frogs of New Zealand. 95 pp., Collins, Auckland & London, 2. Aufl. 1975.

Intensives Lesen der Korrekturfahnen hätte einige Satzfehler vermeiden geholfen, beispielsweise (mit gleich richtiger Schreibweise): Puerto de la Cruz (S. 13), Carettochelys insculpta (S.67), Physignatus l. lesueuri (S. 299), Podloucky (S. 366). Fehler in Abbildungen: Der Ort heißt Kulgera (S.39) und zwei Seiten weiter: Tennant Creek (S.41), ein A in Abb. 33 fehlt (S. 179), der abgebildete Regenwald befindet sich 2000 km weiter östlich in Queensland (S. 43), die Begrenzung des Freilandterrariums erfolgt wohl durch Eisenbahnschwellen, nicht durch -schienen (S. 62); und aus unerfindlichen Gründen ist die Inkubationszeit von Varanus gilleni mit Fragezeichen versehen (S. 185).

Leider sind auch zwei Arten bildlich falsch beschrieben worden: So ist der Blauzungenskink nicht Tiliqua scincoides, sondern T. multifasciata (S. 326) und paßt deshalb nicht zur beschriebenen Art und der in einer typisch australischen Sandgegend gezeigte Waran ist ein Varanus gouldii ssp., aber kein Mertens'scher Wasserwaran (S. 332). Bleiben wir gleich an fast dieser Stelle: Beim auf der nächsten Seite beschriebenen Smaragdwaran erkennt man unreflektiertes Lesen einer Arbeit, da die von CARLZEN beschriebene Nachzucht aufgrund der angegebenen Brutbedingungen gar nicht stattgefunden haben kann. Ausgesprochen ärgerlich ist die Verwendung des Wortes „Gefangenschaft" (S. 306) in einem Lehrbuch der Terraristik, da solche Bezeichnungen Tierhaltungsgegnern das Argument vom Terrarianer als einem Gefängniswärter geradezu in den Mund legen.

Zur an verschiedenen Stellen zitierten Wegner'schen Kontinentalverschiebung (S. 27, 66 ) als Erklärung der Ausbreitung verschiedener Taxa ist zu sagen, daß sie seit langem durch die Theorie der Plattentektonik ersetzt wurde, die ein wesentlich verfeinertes Modell von Kontinentbildungen darstellt.

Nach diesen kritischen Worten könnte der Eindruck entstehen, daß der vorgelegte Band weniger empfehlenswert sei. Das Gegenteil ist trotz dieser Ungenauigkeiten der Fall, wenn man den Umfang und die ganz allgemein vorhandene informative und hohe drucktechnische Qualität dieses Buches berücksichtigt. Eine Vielzahl von hervorragenden Farbabbildungen – besonders erwähnenswert der Versuch, dem Leser durch Landschaftsfotos einen Eindruck vom Aussehen der Fundorte verschiedener Arten zu vermitteln, sei hier hervorgehoben - der meisten im Text vorgestellten Arten, zahlreiche Diagramme, Verbreitungskarten, vergleichende Zeichnungen zur Anatomie der präsentierten Familien und Gattungen und eine Vielzahl von informativen Tabellen machen die fast völlig neu gestaltete und überarbeitete 4. Auflage zu einer Verpflichtung als Handbuch und Nachschlagewerk für den engagierten Terrarianer, noch dazu eines, das kein entsprechendes Konkurrenzwerk, zumindest im deutschen Sprachbereich, kennt.

Info: Vierte, neubearbeitete und neugestaltete Aufl., 196 Farbfotos, 39 Zeichnungen,

366 Seiten, 1998, Ulmer Vlg., Stuttgart.

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